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Ansprechen von Kindern durch schulfremde Personen

Vorabhinweis: Diese Mitteilung ist eine aktualisierte Fassung einer Mitteilung vom 10. März 2017.

Am 9. März 2017 wurde eine Schülerin der 3. Klasse der Jeanne-Barez-Schule auf dem Fußweg, auf der Höhe des Parkplatzes gegenüber der Buchholzer Apotheke, von einer schulfremden, männlichen Person angesprochen. Das Mädchen wollte noch einmal zurück zur Schule, weil sie etwas vergessen hatte. Sie wurde von der Person gefragt: „Wo willst du hin?“, „Wie heißt du?“, „Wie heißt deine Mutter?“, „Wo wohnst du?“ Das Kind reagierte gar nicht und ging weiter in Richtung Schule. Als eine Mutter mit ihrem Auto einparkte, ausstieg, und dabei auf den Vorfall aufmerksam wurde, verschwand die Person in Richtung Buchholzer Kirche. Das Kind wurde nicht angefasst.

Zur Person gibt es folgende Beschreibung: Er kam aus Richtung des REWE, er hat eine dunkle Hautfarbe und kurzes krauses Haar, er sprach einen ortsüblichen Dialekt, er war 1,80 m groß und hat eine normale Figur, er war dunkel gekleidet und trug einen mit einem blauen Rucksack. Der Rucksack hatte außen Gummischnüre (Trekkingrucksack). Im Übrigen wurden keine weiteren besonderen Merkmale bekannt.

Diese Hinweise beruhen auf Angaben der Polizei, die zeitnah informiert wurde und daraufhin eine Nahbereichsfahndung durchführte. Zu weiteren derartigen Vorfällen konnte die Polizei seinerzeit keine Angaben machen. Im Nachhinein wurden dann gleichartige Vorfälle bekannt, weshalb die Schule weiterhin im Austausch mit der Polizei stand.

Nach den Vorgaben der Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Familie müssen Schulen eigenverantwortlich Krisen- und Notfallsituationen, Gewaltvorfälle und Gefährdungen aufarbeiten. Dazu steht ihnen ein so genannter Notfallordner mit Handlungsanweisungen zur Verfügung (Näheres siehe: http://www.berlin.de/sen/bildung/unterstuetzung/gewalt-und-notfaelle/). Unter Anderem sind die Schulen verpflichtet, ihre Fürsorgepflicht gegenüber den Schülern wahrzunehmen, die zeitnahe Kommunikation zwischen Schule und Eltern sicherzustellen und den Schulfrieden wiederherzustellen. Dazu gehört, Schüler, Lehrer, Erzieher und Eltern auch dann zu informieren, wenn vorerst (scheinbar) nichts passiert ist. Denn vor allem die Eltern sind oft verunsichert und besorgt, zumal sie ein Anrecht auf Information haben. Bevor Gerüchte kursieren, die sich womöglich schnell über das Internet verbreiten, sind Schulen zur sachlichen Information der Eltern angehalten.

Die Jeanne-Barez-Schule hat deshalb auf seiner Schulinternetseite auf den Vorfall aufmerksam gemacht sowie über die schulinternen Gremien und mit einem Informationsblatt das Schulpersonal und die Eltern informiert. Alle Schüler wurden oder werden allgemein instruiert, wie sie sich in einer solchen Situation verhalten sollten. Die Schule sieht keinen Grund zum Dramatisieren, aber auch keinen Grund zum Bagatellisieren. Weil eine Gefährdung aufgrund glaubhafter Angaben real vorlag, sieht die Jeanne-Barez-Schule ihre Art der Informationsweitergabe unverändert als richtig an.

Die Polizei hat die Informationsweitergabe nicht offen und direkt beanstandet, kritisiert aber, dass über die Vorfälle in den sozialen Netzwerken wie zum Beispiel Facebook berichtet wurde. Sie befürchtet die Ausbreitung von Fehlinformationen und Nachahmungseffekte. Allerdings ist die Schule selbst nicht in sozialen Netzwerken aktiv und sie bezweifelt auch, ob überhaupt wirksam verhindert werden kann, dass Dritte dort über Geschehnisse im Schulumfeld berichten. Zumal die Polizei selbst angibt, dass es besser sei, einmal mehr die Polizei zu rufen, als einmal zu wenig. Mithin werden Fehlalarme im gewissen Maße wohl in Kauf zu nehmen sein. Die Schule jedenfalls bewertet die Pflicht zur sachlichen Aufklärung im Sinne des Kinderschutzes als prioritär gegenüber der Möglichkeit von Fehlalarmen, zumal auch den beteiligten Eltern und Schülern ein verantwortlicher Umgang mit Informationen zugetraut werden kann und muss. Insofern müssen jegliche Interventionsversuche, aufklärende Inhalte von der Schulinternetseite zu nehmen, zurückgewiesen werden. Diese Haltung der Schulleitung haben die Schulkonferenz und die Gesamtelternvertretung nachdrücklich bestätigt.

Als weitergehende und vorbeugende Handlungsempfehlung sei beispielhaft ein Schreiben der Polizei NRW empfohlen:

https://www.polizei.nrw.de/media/Dokumente/Behoerden/Bonn/Ansprechen-von-Kindern-Hinweise-Eltern.pdf

adminjeaba Administrator

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(3) Comments

  • Kauczor

    Hallo zusammen,
    als erstes möchte ich zum Ausdruck bringen, das diese Seite der Schule sehr schön gestaltet ist und über aktuelle Themen der selbigen gut informiert wird!
    Über das Thema “Ansprechen von Kindern” vermisse ich allerdings ein Feedback der Schule!
    Nach den beiden Vorfällen in den letzten Wochen haben wir intensiv mit unserem Kind darüber gesprochen aber auch immer wieder hinterfragt, ob von Schulseite auch etwas geplant sei. Leider auch hier keinerlei Info!
    In der Gruppe Französisch Buchholz auf FB sind diese Vorfälle gleich gemeldet worden, wurden aber wieder entfernt nachdem Herr B. einen Ermittlungserfolg gemeldet hat. Wir wissen allerdings von 2 weiteren Fällen rund um Französisch Buchholz, wo Kinder angesprochen wurden!
    Verstehen Sie mich bitte nicht falsch! Wir möchten nur die Gewissheit haben, das Eltern und Schule an einem Strang ziehen und dieses für uns wichtige Thema nicht unter den Teppich gekehrt wird!
    Vielleicht könnten Sie wenn nicht hier, den Elternsprechern der einzelnen Klassen ein Informationsblatt zukommen lassen, was Sie sich als Schule zu diesem Thema einfallen lassen!
    Mit freundlichen Grüßen
    J. Kauczor

    • adminjeaba

      Sehr geehrter Herr Kauczor,

      ich habe erst gerade beim Aktualisieren der Internetseite Ihren Kommentar gesehen. Ich habe ihn vorher glatt übersehen. Entschuldigung dafür! Mittlerweile ist die Mitteilung aktualisiert, die Schulkonferenz und die Gesamtelternvertretung haben sich mit dem Thema befasst, alle Kinder haben einen Infozettel bekommen, Schulungen wurden bereits bzw. werden noch durchgeführt und demnächst startet mit einer Testklasse ein neues Projekt, in dem die Kinder Verhaltensregeln für ganz konkrete Gefährdungssituationen erlernen. Zudem erhält demnächst auch die gelbe Schule eine Schließanlage, deren Finanzierung gerade erst genehmigt wurde, weil die Polizei nach einer Vor-Ort-Begehung die örtlichen Verhältnisse massiv kritisiert hatte. Es muss also immer erst etwas passieren, damit Gelder bewilligt werden. Heißt zusammengefasst: Die Schule bleibt dran!

      Viele Grüße,
      Helmut Jansen

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