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JüL

     
Jahrgangsübergreifendes Lernen (JüL)

An der Jeanne-Barez-Schule wird seit ca. 15 Jahren JüL praktiziert, lange bevor es Pflicht wurde. Auch nachdem die Pflicht entfiel,  behielten wir JüL bei. Voraussetzung dafür ist die Bereitschaft der Lehrer dieses didaktische Konzept umzusetzen. Eine weitere Rahmenbedingung ist die Nachfrage der Eltern nach JüL.

Was ist JüL und worin liegen seine Vorteile? Über JüL ist viel geschrieben und gestritten worden. Hier sollen nur kurz die Vorteile von JüL skizziert werden.

Der Start ins Schulleben ist für die Schulanfänger in JüL grundlegend anders als bei jahrgangshomogenen Klassen. Da bei unserer Mischung der Jahrgänge 1 bis 3 nur ein ungefähres Drittel der Klasse aus Erstklässlern bestehen, gelingt die Integrations in die schulischen Abläufe und das schulische Lernen weiteraus leichter. Implizites Lernen und direkte Instruktion wirken hier sehr effektiv zusammen. Die Kinder unterstützen sich gegenseitig. Das Spektrum des Denkens, Könnens und der Interessen der Kinder ist durch die Alterspanne vergrößert, womit die Anregungen für jedes Kind steigen. Die erhöhte Heterogenität hat Konsequenzen für die Unterrichtsorganisation und das individuelle Lernen: Grundsätzlich können nicht alle Kinder zur gleichen Zeit die gleichen Lernziele erreichen. Jedes Kind hat seine individuelle Lerngeschwindigkeit. Im JÜL ist individuelles Lernen besonders möglich, denn es ist ganz normal, dass jeder an unterschiedlichen Inhalten arbeitet, die im Augenblick seinem Lernstand entsprechen. Damit wird das selbständige und eigenverantwortliche Lernen geradezu gefordert. Dies entspricht einem neuen Blick auf die Lernprozesse, wie sie heute überwiegend verstanden werden. Schule soll demnach auf ein lebenslanges Lernen vorbereiten. Dabei werden Methoden der Aneignung von Wissen immer wichtiger. Lernen wird als aktiver Prozess des Lernenden selbst verstanden, so dass das Einüben selbstständiger und eigenverantwortlicher wird.

Zur individuellen Entwicklung gehört auch, dass die Kinder, je nach individuellem Tempo schneller oder auch langsamer durch die Schulanfangsphase kommen können: manche in zwei Jahren, andere in vier statt drei Jahren. Diese Prozesse werden durch Jül vereinfacht, weil selten ein Klassenwechsel damit verbunden ist.

Der Unterrichtsalltag in JüL unterteilt sich in Phasen gemeinsamen Lernens (Projektarbeit, gemeinsame Erarbeitung bei späterer Ausdifferenzierung), in Phasen jahrgangsbezogener Instruktion (insbesondere zum Wochenanfang) und in Phasen individuellen Lernen, zum Beispiel am Wochenplan.

Jeder Lehrer gestaltet das in und mit seiner Lerngruppe etwas anders. Hier hilft es im konkreten Falle nachzufragen.

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