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Nein! Doch! Oh! – Herr Kirchner in der Gemengelage

Angesichts der anstehenden Sanierung der A114 und den daraus resultierenden Folgen für den Verkehr in Französisch Buchholz sorgt sich die Jeanne-Barez-Schule um die Schulwegsicherheit. Zu dieser großen Baumaßnahme kommen immer mal wieder Baumaßnahmen hinzu, die zwar entfernt von der Schule liegen und überschaubar scheinen, sich aber dennoch massiv auswirken. Beispielsweise wird der Rosenthaler Weg zwischen der B 96A/Blankenfelder Chaussee bis zur Tram-Wendeschleife vom 2. Mai bis zum 29. Juni 2018 voll gesperrt und die weiträumige Umleitungsstrecke führt an der roten Schule in der Berliner Str. 19 und der gelben Schule in der Hauptstr. 66 vorbei (siehe http://www.berlin.de/ba-pankow/politik-und-verwaltung/aemter/strassen-und-gruenflaechenamt/planung/artikel.386693.php ). Nicht nur der zunehmende überörtliche Durchgangsverkehr, sondern auch marode Straßen, Rad- und Fußwege gefährden die Buchholzer Kinder auf dem Weg zur Schule, Kita, zu den Sportvereinen, Spielplätzen und sonstigen Freizeitangeboten.

Mitte 2017 hatten sich deshalb die Elternvertreter und der Schulförderverein an die Senatsverwaltung für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz gewandt und darauf vom Staatssekretär Jens-Holger Kirchner Zusagen zur Verbesserung der Verkehrssituation erhalten. Daran erinnerte die Schule in einem Neujahrsgruß an Herrn Kirchner Anfang 2018 (siehe http://press.jeaba.de/neujahrsgruss-an-die-senatsverwaltung-fuer-umwelt-verkehr-und-klimaschutz/  ).

Auf diesen Gruß hat Herr Kirchner geantwortet, siehe das hier eingestellte Antwortschreiben (Bild und pdf-Datei). Er geht zunächst auf die neue Tankstelle und Waschstraße in der Hauptstraße neben dem REWE ein. Anders als die Schule erkennt Herr Kirchner hier keine durch die Anlage erhöhte Gefährdung der Schulwegsicherheit und leitet deshalb keinen Handlungsbedarf ab. Die zwischen den beiden Schulteilen pendelnden Kinder könnten auf der der Anlage gegenüberliegenden Straßenseite bleiben und dann die Fußgängerampel auf Höhe der Sparkasse und Buchholzer Apotheke nutzen. “Könnten” – ja, aber das machen die Kinder eher nicht, weil die Geh- und Radwege dort aufgrund ihres Zustands selbst eine Gefährdung darstellen. Die Begründung der abgelehnten Verlängerung der Tempo 30-Regelung vom REWE bis zur Ampel beim Autohaus Quinque unterstellt, dass sich die Auto- und Lkw-Fahrer daran halten. Das ist in der Praxis kaum der Fall. Viele dieser Fahrer ignorieren, dass sie quasi durch ein Dorf fahren und fühlen sich schon durch die Tempo 30-Regelung beginnend ab der Dr.-Markus-Straße bis hin zur Shell-Tankstelle gegängelt. Ab der Shell-Tankstelle dürfen sie auf 140 m wieder 50 km/h fahren – je nach Ampelphase meist schneller – und ab der Ampel nochmal auf knapp 200 m bis zur fraglichen Tempo 30-Regelung. Die derzeitige Regelung lädt zum verbotswidrigen Schnellfahren geradezu ein und eine durchgehende Tempo 30-Regelung würde dem entgegenwirken.

Es ist jedoch nicht zu erwarten, dass sich die amtliche Haltung ändern wird. Insofern wird die Schule die Situation vor Ort weiter beobachten. Gut läuft hier die Zusammenarbeit mit der Firma JET Tankstellen Deutschland GMBH. Nachdem diese die Zu- und Abfahrtsbereiche besonders gekennzeichnet hatte und die Markierungen nun nach und nach verblassten, teilte sie am 27. Februar 2018 mit, dass an die Stelle dieses Provisoriums die endgültige Oberflächenbefestigung der Überfahrten gepflastert werde, sobald die Witterung dies zulässt. Dabei sollen auch die Vorkehrungen für die Schulwegsicherung durchgeführt und erneuert werden. Man muss der Firma JET zugestehen, dass sie bislang alle Zusagen in Bezug auf die Verkehrssicherheit eingehalten hat. Die Pflasterung an sich ist übrigens ebenfalls bedeutsam, weil sie an den bereits gepflasterten Weg des REWE anschließen dürfte. Damit dürfte diese Straßenseite von den Kindern erst recht bevorzugt werden und eben nicht die amtlich empfohlene (s.o.).

Erfreulich ist, dass Herr Kirchner bestätigt, dass die mit seinem Schreiben vom 19. Juni 2017 in Aussicht gestellten Verkehrsmaßnahmen tatsächlich noch 2018 realisiert werden sollen. Das für die Durchführung zuständige Bezirksamt Pankow weiß davon und arbeitet daran. Man muss dies extra erwähnen, denn Fälle unzureichender Kommunikation zwischen Senat und Bezirk sind durchaus bekannt. Vielleicht hat geholfen, dass Herr Kirchner vor gar nicht allzu langer Zeit noch der Bezirksstadtrat für Stadtentwicklung in Pankow war. EIGENTLICH, denn die Freude wird dadurch getrübt, dass er nunmehr Bedenken im Zusammenhang mit der A114 sieht. Die Ausweichverkehre sollen nicht durch Straßenbaumaßnahmen vor Ort behindert, sondern möglichst zügig abgeleitet werden. Das kann und wird die Schule keinesfalls hinnehmen, denn es sei daran erinnert, dass in diesen Bereichen bereits Verkehrsunfälle mit Kindern passierten. Eine zeitliche Verschiebung der Radverkehrsanlage mag noch angehen, zumal diese nicht von der Schule gefordert, sondern amtlicherseits geplant wurde. Aber der bereits 2014 beantragte Fußgängerüberweg auf der Höhe der Dr.-Markus-Straße und die Ampelkreuzung an der Berliner/Pasewalker/Bahnhof-/Rosenthaler Straße sind Pflicht! Dafür würden die Eltern wieder auf der Straße demonstrieren.

Umgehungsstraßen durch Wohngebiete – was von derartigen Ansinnen zu halten ist, haben Anfang dieses Jahres bereits die Anwohner der Kastanienallee gezeigt. Und warum soll nicht auch die Europawahl im Frühjahr 2019 einen ortspolitischen Bezug bekommen…?

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