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Neuer Rahmenlehrplan in Kraft getreten

Nun wurde wahr, was wir befürchtet und was viele nicht verstanden haben: Bildungssenatorin Sandra Scheeres und Bildungsminister Günter Baaske unterzeichneten am 18. November 2015 den neuen Rahmenlehrplan für die Jahrgangsstufen 1 bis 10 in Berlin und Brandenburg. Viele dachten, durch die vorab angekündigte Verschiebung der Unterrichtswirksamkeit zum Schuljahr 2017/2018 würde nach der Anhörungsphase bis Ende März dieses Jahres noch einmal Gelegenheit gegeben, sich zum Rahmenlehrplan zu äußern. Denn die Stellungnahmen in der Anhörung waren zahlreich und fundamental. Gerechtfertigt wäre es. Aber nein! Die Rückmeldungen wurden allenfalls “angemessen berücksichtigt” und eine erneute öffentliche – abschließende – Diskussion war zu keinem Zeitpunkt vorgesehen. Zumindest hätte der Rahmenlehrplan ja erst vorgestellt und zu einem späteren Zeitpunkt unterzeichnet werden können. Aber offenbar war wohl die Angst vor einer erneut vehementen Kritik größer. So könnten sich den Berichten in der Presse nach wohl auch Mitglieder der beiden Landesregierungen etwas über den Tisch gezogen fühlen.

Wie auch immer: Nun steht der neue Rahmenlehrplan und seine Umsetzung in die Praxis läuft an. 400 Schulberater werden dem Schulpersonal – hoffentlich überzeugend – erklären, welche Vorteile die Vermittlung von Kompetenzen statt Fachwissen und welche Bedeutung in diesem Zusammenhang die Medienbildung hat. Spannend wird die Leistungsfeststellung und -bewertung bleiben. Diese war von zentralem Interesse für die Eltern in der Anhörung. Was bleibt? Ganz einfach: Der Rahmenlehrplan soll die curricularen Grundlagen für den Unterricht in einer inklusiven Schule schaffen. Inklusion ist aber nur möglich, wenn dafür die erforderlichen Rahmenbedingungen geschaffen werden. Schulen müssen baulich dafür hergerichtet und dafür qualifiziertes Personal muss in ausreichender Anzahl vorhanden sein. Das ist es aber schon jetzt nicht, zumal die Schulen sich immer mehr genötigt sehen, sich neben dem eigentlichen Unterricht auch um den außerschulischen Lebensalltag der Schüler kümmern zu müssen, weil Eltern ihren “Hausaufgaben” bzw. ihrer Verantwortung zunehmend nicht mehr nachkommen. Zudem sollen Lehrer, Erzieher und Sozialpädagogen die Integration von Flüchtlingen stemmen. In den Bereich der Asyl- und Flüchtlingspolitik fließt jetzt – zu Recht! – viel Geld hinein. Angeblich werde auch für die Inklusion Vorsorge getroffen, aber das wurde vor der Einführung des jahrgangsübergreifenden Lernens auch versprochen und dann nicht eingehalten. Also: Geld muss her und zwar viel und zwar schnell! Damit ist ein Wunsch der Jeanne-Barez-Schule für die Wahl zum Abgeordnetenhaus von Berlin in 2016 formuliert.

Bild_Inkraftsetzung_RLP

 

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