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Projekt “Toiletten”: eine Daueraufgabe…

Es gibt schulische Themen, bei denen reicht es, ein Schlagwort zu nennen, und sofort wissen alle, um was es geht. Was fällt Ihnen, was fällt dir bei “Schultoilette” ein? Genau! Viele Schüler sind nämlich wohl der Meinung, eine Schultoilette darf ganz anders als die eigene Toilette im eigenen Haus behandelt werden. Also sind Toilettenräume in Schulen Spielplätze, wo Quatsch gemacht werden darf. Malen an der Tafel geht auch an Toilettenwänden ganz gut. Und wieso beim Hineinpiseln und beim großen Geschäft sich überhaupt die Mühe machen, das Loch zu treffen? Toilettenpapier und Papierhandtücher eignen sich fein für lustige Bastelarbeiten oder sind, richtig schön nass gemacht, tolle Wurfgeschosse. Und an Schultoiletten kann man seine Zerstörungslust ausleben und so weiter. Wer mal das Wort “Schultoilette” in Internetsuchmaschinen wie Google eingibt, gewinnt ein eindrucksvolles Bild darüber und wie man dem entgegentritt (z.B. schulklo.de-Die Initiative für bessere Schultoiletten). Dass die Pflege und Reparatur von Schultoiletten Geld kostet, und zwar richtig viel Geld, hält manche offenbar nicht davon ab, diese zu beschmutzen oder gar zu zerstören. Geld, das an anderer wichtiger Stelle fehlt.

Das ist ein grundsätzliches Problem bei Sachen, die dem Allgemeinwohl dienen,aber es gibt glücklicherweise auch viele Menschen, die darin einen Wert an sich sehen, diesen schätzen und sich sogar darüber hinaus für dessen Erhalt einsetzen. Es gibt also Schüler, Lehrer, Erzieher und Eltern, die unermüdlich bereit sind, den Unbelehrbaren entgegenzutreten und zur Verbesserung des Zustands der Schultoiletten beizutragen. Natürlich lässt sich dagegen grundsätzlich einwenden, dass dies doch Sache des Staates bzw. hier des Bezirksamtes ist, weil dafür ja Steuern gezahlt werden. Ja, ja, aber das Thema “Ausstattung der Schulen mit Personal- und Sachmitteln” würde hier den Rahmen sprengen. Bei aller Einsatzbereitschaft des wenigen Reinigungspersonals geht es angesichts der mageren finanziellen Rahmenausstattung nicht ohne Eigeninitiative. Saubere und funktionsfähige Schultoiletten, ein wertschätzender Umgang durch die Schüler und die Vermeidung von Vandalismus sind eine Daueraufgabe auch der Jeanne-Barez-Schule.

Im Schuljahr 2009/10 beschlossen Förderverein und Schulleitung den Zustand derSchulloiletten zu verbessern. Zunächst wurden die Schüler des gelben Schulteils mit Hilfe eines Fragebogens (pdf) über ihre Meinung zu den Toiletten befragt. Die Auswertung dieser Umfrage (pdf) ergab ein sehr differenziertes Bild. Zwar wurde der Zustand allgemein beklagt, aber die Verantwortlichkeit dafür wurde als so breit verteilt angesehen, dass Zugriffsmöglichkeiten schwer erkennbar waren.

Also wurden drei Maßnahmen ins Auge gefasst:

  • Weil viele Schüler andere Mitschüler als wichtige Verursacher ansahen,erarbeitete eine Toiletten-Ag (zumeist bestehend aus den Klassensprechern) einen Verhaltenskatalog (pdf), den alle Schüler unterzeichnen sollten und bis heute unterzeichnen.
  • Die Einstellung einer Reinigungskraft aus zu erhebenden Beiträgen war innerhalbdes Fördervereins und der Elternschaft so umstritten, dass sich ein solcher Versuch nicht realisieren ließ. Es gibt dafür zwar deutschlandweit Beispiele, die jedoch auch zeigen, dass damit ein hohes Maß an Verantwortung einhergeht und erhebliche finanzielle und rechtliche Risiken bestehen, wenn es warum auch immer nicht so läuft wie gewünscht.
  • Während eines “Subotniks” renovierten Eltern, Schüler, Lehrer und Erzieher der Schule einige Toiletten und verschönerten sie. Dazu riefen die Schüler selbst mit einem Infobrief (pdf) auf.

Nun nagt der Zahn der Zeit wieder an den Toiletten. Eigentlich sollten sie vom Hausherren – dem Bezirksamt – turnusgemäß alle drei Jahre grundrenoviert werden. Dieses vernünftige Zeitintervall ist aber angesichts der personellen und finanziellen Ressourcen des Bezirksamts eine utopische Zielmarke. Immerhin wurde in den Toiletten des Hauptgebäudes mit weißer Farbe gestrichen. Die Toiletten im Hintergebäude des roten Schulteils warten noch immer auf eine Ersetzung der maroden Türen und Trennwände.

Wie gesagt: Das Projekt “Toiletten” bleibt eine Daueraufgabe!

Bild_Projekt_Toiletten

Schüler in Aktion für das Projekt “Toiletten”

skupinski Administrator

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