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Schulsozialarbeit

      
Jede Schule braucht Schulsozialarbeit! Warum? Ganz einfach: Weil die Aufgabe der Schule die Vermittlung bzw. Weitergabe von Wissen und Können ist. Der Unterricht ist für die Schüler aber nur ein Teil von vielen ihrer Lebenswelt, die hoffentlich vor allem aus Positivem besteht, aber eben auch aus unterschiedlichsten Problemen bestehen kann. Diese Probleme bringen die Schüler mit in die Schule und Probleme können diese Schüler selbst, aber auch andere belasten. Also muss sich Schule neben ihrer eigentlichen Aufgabe auch den Problemen ihrer Schüler widmen. Andernfalls kann das Lernen und Lehren gestört werden.

Im gelben Schulteil ist der Aufbau einer Schulstation leider an der fehlenden Finanzierung gescheitert. Mit Mitteln der Budgetierung konnte zunächst ein vielversprechender Anfang getan werden, aber der verordnete Missbrauch dieses Budgets im Juli 2010 als Notreserve für die Finanzierung regulärer Lehrerstellen zeigte beispielhaft die Grenzen auf, was eine Schule aus eigener Kraft leisten kann. Allerdings konnte in Zusammenarbeit mit dem Bürgerhaus e.V. eine Schulstation im Nachbarschaftszentrum AMTSHAUS BUCHHOLZ und damit in der Nähe des roten Schulteils und auch erreichbar für Schüler des gelben Schulteils etabliert werden (ehemals Schülerclub SpielUnke). Aufgrund der großen Nachfrage ist der Schülerclub Ende 2013 in größere Räume umgezogen, nämlich in die Kinder- und Jugendfreizeiteinrichtung "Oktopus". Das Konzept, das der Schulsozialarbeit an der Jeanne-Barez-Schule zugrunde liegt, kann hier herunterladen werden: Konzept (pdf).

Mehr zum Angebot der Schulsozialarbeit:



Warum jede Schule Schulsozialarbeit braucht, erklärt in teilweise vielleicht etwas schwer verständlichen Worten die Bundesregierung in ihrer Unterrichtung "Bericht über die Lebenssituation junger Menschen und die Leistungen der Kinder- und Jugendhilfe in Deutschland - 14. Kinder- und Jugendbericht - und Stellungnahme der Bundesregierung" (Bundestagsdrucksache 17/12200). Hier ein Auszug:

"Schulsozialarbeit und ... schulbezogene Jugendsozialarbeit sind Angebote, die ... von den Lehrerkollegien und Schulträgern anerkannt, geschätzt und als ... notwendig für eine gelingende Schule eingeschätzt werden. Allerdings ist ... ihre Zuordnung in den Schnittmengen zwischen Jugendhilfe und Schule unklar, uneinheitlich und unterschiedlich geregelt. Aus der Sicht der Träger der Jugendhilfe ist Schulsozialarbeit vor allem dem Feld der Kinder- und Jugendhilfe zuzuordnen. [...]

Insgesamt gleichen sich ... die Aufgaben der Schulsozialarbeit, auch wenn sie organisatorisch unterschiedlich zugeordnet sind. Ihre Schwerpunkte konzentrieren sich einerseits auf allgemeine Formen der Hilfe und Unterstützung zur Vermeidung schulischen Versagens, auf die individuelle Beratung von Schülerinnen und Schülern und ggf. auch ihrer Eltern sowie auf allgemeine pädagogische Angebote und Hilfen bei schulischen Konflikten. Andererseits ist die Schulsozialarbeit zur Zusammenarbeit mit den örtlichen Jugendämtern und den fachspezifischen Diensten verpflichtet. [...] Entscheidend ist ..., welche Funktion der Schulsozialarbeit zugewiesen wird. Eine rein auf schulische Bildung im engeren Sinne reduzierte Erwartung, also eine nahezu ausschließlich unterstützende Leistung zur Erreichung fachlich unterrichtsbezogener Ziele, würde zu einer Funktionsreduzierung der Schulsozialarbeit führen ... . Dieser Zuschnitt dürfte in den wenigsten Fällen zutreffen. Vielmehr kann davon ausgegangen werden, dass es einen engen Bezug zu einer präventiv ansetzenden sozialpädagogischen Hilfe gibt, die vor allem auch die außerunterrichtliche Seite des Lebensalltags der Heranwachsenden, die sich negativ auf die schulische Leistung und den Schulalltag auswirkt, in den Blick nimmt. [...]

Die Notwendigkeit der Schulsozialarbeit ... ist ... auch Ausdruck von Grenzen an Handlungsmöglichkeiten einer lehrer- und unterrichtszentrierten Schule. Aufgrund ihrer starken unterrichtsbezogenen Ausrichtung kann sie allein nicht den Blick auf lebensweltbegleitendes Handeln richten. Hierzu fehlt es den Lehrkräften auch an fachlichen Grundlagen. Gefordert sind stattdessen breitere sozialpädagogische Fachkenntnisse sowie damit verbundene spezifische Methoden und Handlungsmöglichkeiten. [...] Allerdings ist es ... noch nicht gelungen, Schulsozialarbeit als Regelangebot an Schulen mit gesicherten Finanzierungsgrundlagen und auf der Grundlage einheitlicher Förderkriterien zu etablieren. Es dominieren nach wie vor projektförmige Förderstrukturen, die auf kommunaler, Landes- bzw. Bundesebene angesiedelt und vielfach zeitlich befristet sind. [...] Heute ist weithin anerkannt, dass die Kooperation von Kinder- und Jugendhilfe und Schule durch Schulsozialarbeit einen wichtigen Beitrag zur Verbesserung der Bildungsbedingungen für Kinder und Jugendliche darstellt. [...] Bei allen fachlichen Fortschritten bleibt das Problem bestehen, dass es trotz aller Anerkennung der Bedeutung von Schulsozialarbeit nach wie vor nicht gelungen ist, eine nachhaltige und bedarfsgerechte Finanzierung dieser spezifischen Leistung der Kinder- und Jugendhilfe zu etablieren. Auch gibt es bislang keinen fachlichen Konsens in Bezug auf die Bedarfskriterien von Schulsozialarbeit an Einzelschulen. Es muss daher davon ausgegangen werden, dass in vielen Schulen ein Bedarf an Schulsozialarbeit existiert, der aus finanziellen Gründen nicht gedeckt werden kann. [...]

Die Handlungskonzepte liefern ... Hinweise darauf, was die Schulsozialarbeit auch ... an fachlichem Profil benötigt. Es geht darum, dass sie sich als eigenständiges Angebot am Ort der Schule mit dem Ziel der individuellen Hilfe und dem Schwerpunkt Beratung und Begleitung etabliert und zentraler Kern eines auf Unterstützung und Hilfe abzielenden Konzeptes ist. Wesentlich ist ..., dass Schulsozialarbeit in einer stabilen, kontinuierlichen und engen Kooperationsstruktur mit der Schule stattfindet und dass die Eltern betroffener Schülerinnen und Schüler in den Prozess der Unterstützung einbezogen werden, weil nur so für diese ein neuer Zugang zur Schule erreicht werden kann, der mit positiven Effekten verbunden ist. Um ... den Lebensweltbezug der Schüler und Schülerinnen zu gewährleisten, muss der Sozialraum berücksichtigt werden ... . Das ... bedingt, dass Schulsozialarbeit im Kern eine Aufgabe der Kinder- und Jugendhilfe ist und bleiben soll und bedeutet, dass sowohl Fach- als auch Dienstaufsicht im Rahmen der Kinder- und Jugendhilfestrukturen angesiedelt sein müssten."